Räumliches Puzzle

Der Vorarlberger Interieur-Designer Stefan Schweighofer verwandelte eine alte Fabrikhalle in ein inspirierendes Fotostudio, das durch Funktionalität und Charme europaweit Maßstäbe setzt.

 

Für das Fotostudio von SFH Images in Bregenz ließ sich Interieur-Designer Stefan Schweighofer etwas ganz Besonderes einfallen: Er integrierte ein vielschichtiges Raum in Raum Konzept in eine alte Fabrikhalle und verwandelte die nüchterne industrielle Umgebung in eine lebendige Arbeitslandschaft. 215m2 reine Studiofläche stehen dabei einem bunten Ensemble funktionaler Raumkuben und unkonventioneller Möbelsolitäre gegenüber.

 

Kleine Räume in großen Volumen
Die größte Herausforderung lag in der Umsetzung des teilweise kleinteiligen Raumprogramms. Denn der charismatische Charakter der Halle sollte erhalten bleiben, nur die industrielle Strenge galt es zu reduzieren. Noch dazu betrug der Planungszeitraum gerade einmal zwei Wochen. Die Lösung war ein Raum in Raum Konzept aus eingestellten Raumkuben und Möbelelementen, mit einer stark skulpturalen Ausprägung. Durch diesen Ansatz konnte nicht nur die Raumwirkung der Halle verstärkt werden - Die einzelnen Nutzungen wurden als Quintessenz der Innenarchitektur zusätzlich noch bewusst formal hervorgehoben.

 

Spannende Beziehungen
Die eingesetzten Formen sind vielfältig, Materialien und Farben ebenso. Wie wahllos verstreute Puzzleteile wirken die einzelnen Möbel und Raumkuben auf den ersten Blick. Doch schon auf den Zweiten gibt das lebendige Ensemble sein Ordnungsprinzip preis. Denn jede Funktion hat ihre eigene Gestalt. Und so wie die einzelnen Abläufe im Fotostudio einem funktionalen Prinzip folgen, fügen sich letztlich auch die einzelnen Raumsolitäre zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

„Es ist wie ein Puzzle, bei dem jeder Baustein den einzig richtigen Platz gefunden hat. Die Innenarchitektur ist ein harmonisches Zusammenspiel den einzelnen raumbildenden Körpern und ihrer Zwischenräume. Gerade die Zwischenräume sind für mich die spannendsten Bereiche, denn sie lösen durch ihre Großzügigkeit und Enge, ihre Höhen und Tiefen, Durchgänge und Sackgassen die meisten Emotionen aus.“ beschreibt Stefan Schweighofer seine Idee.

 

Achsen, Kuben und Piazzas
Nach dem Eintreten eröffnet sich ein großzügiger Eingangsbereich, der durch zwei Achsen, in Form von Empfangs- und Bartheke begrenzt wird. Dahinter befinden sich jeweils die Arbeits- und Mitarbeiterbereiche. Wer dem vorgegebenen Weg ins Studio folgt, gelangt zu einem erhöht stehenden transparenten Raumzylinder, in dem sich der zentrale Besprechungsraum befindet. Von hier lässt sich das ganze Studio, wie auf einer Aussichtsplattform, überblicken.

 

Über die gegenüber liegende Bartheke schiebt sich beeindruckend ein schwarzer Kubus, der auf einem zweiten aufgestapelt wurde und in denen sich die Bildbearbeitung befindet. Daneben beherbergen zwei holzfarbenen Kuben mit lichtdurchlässigen Astlöchern, die Sanitärräume. Und dazwischen: Kleine Piazzas, enge Gassen, versteckte Nischen, die zum Verweilen einladen und den idealen Rahmen für Fotoausstellungen bieten. Ein spannender Mix also, der eine inspirierende Atmosphäre schafft, in der Kreativität und Motivation fast automatisch entstehen.